Fernanda Fragateiro |  DEMO


April 28 - July 22, 2017

 

Fernanda Fragateiro’s DEMO re-renders the cover photo of the publication Demo: Eine Bildgeschichte des protests in der Bundesrepublik (1986) by mapping and taking inventory of the image that documents a violent protest against increasing public transit prices organized by the Rote Punkt Aktion in Frankfurt in 1974. The mass of people, the movement of their bodies, the color of their clothes, the facades and architectural details of the buildings, the commercial signs hovering above, objects carried by the protesters, the lines of the road, fragments of flags and plastic bags strewn on the ground, a concrete wall with geometric motifs; all ready-made subjects for her to re-contextualize. In this exhibition, Fragateiro creates a multilayered installation from found visual evidence. She rephrases and redefines our relationship to events, surveying the distance between art and human drama. Her work is an act of “reenacting” the riot, of appealing to a collective political consciousness, of augmenting one’s perception through her knowledge of architecture and modernist practices.

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Fernanda Fragateiros Ausstellung DEMO reinterpretiert das Umschlagbild der Publikation “Demo: Eine Bildgeschichte des Protests in der Bundesrepublik” (1986). Durch Aufnahme und Kartierung des Bildes inventarisiert sie es neu. Die Fotografie zeigt einen gewaltsamen Protest der Roten Punkt Auktion gegen steigende Preise von öffentlichen Verkehrsmitteln 1974 in Frankfurt. 

Die Menschenmasse, die Bewegung der Körper, die Farben der Kleidung, die Fassaden und architektonischen Details der Gebäude, die darüber schwebenden Werbeschilder, die von den Protestanten getragenen Gegenstände, die Straßenmarkierungen, auf der Straße verstreute Fahnen und Plastiktüten, eine Betonmauer mit geometrischen Formen – alles Dinge die für sie neu zu kontextualisieren sind. 

In dieser Ausstellung kreiert Fragateiro eine vielschichtige Installation aus gefundenen visuellen Anhaltspunkten. Sie formuliert und definiert unsere Beziehung zu Geschehnissen neu, die Distanz zwischen Kunst und menschlichem Schauspiel vermessend. Ihre Arbeit ist ein Akt die Demonstration erneut aufzuführen, an ein gemeinsames politisches Bewusstsein zu appellieren, die Wahrnehmung des Betrachters durch ihr Wissen von architektonischen und modernistischen Praktiken erweiternd.